Habit Tracker

3 Gründe, weshalb Du keinen Habit Tracker nutzen solltest

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Wenn du dich mit Notion, Bullet Journals oder ähnlichen Tools beschäftigst, bist du bestimmt schon mal über Habit Tracker gestolpert. Sie sehen super aus, wenn man sie anlegt, ausmalt, abhakt und die Ergebnisse auf Social Media teilt. In der Selbstoptimierungsszene gehört das quasi zum guten Ton.

Was sind Habit Tracker?

Falls du noch nicht weißt, worum es geht: Habit Tracker sind selbst erstellte Listen, mit denen du deine Gewohnheiten im Blick und unter Kontrolle halten kannst. Besonders, wenn du neue Routinen etablieren möchtest – wie täglich meditieren, Zahnseide benutzen oder morgens ein Glas warmes Wasser trinken – kann es hilfreich sein, diese Gewohnheiten eng zu überwachen. Schließlich braucht es Zeit, bis dein Gehirn neue Gewohnheiten automatisch ausführt, ohne dass du dich daran erinnern musst oder innere Widerstände spürst. Ein Habit Tracker ist dabei oft eine simple Checkbox auf einer Monatsübersicht, die du bei Erfolg abhaken kannst. Für Tagebuchliebhaber:innen eine tolle Ergänzung, für eher unorganisierte Menschen aber möglicherweise eine zusätzliche Bürde.

Falls du schon Habit Tracker nutzt oder es ausprobieren willst, nenne ich hier drei gute Gründe, es vielleicht doch sein zu lassen.

1. Demotivation

Auf deiner langen Liste von Gewohnheiten stellst du vielleicht schon nach ein paar Tagen fest, dass du es nicht schaffst, sie alle abzuhaken. Vielleicht hast du dir zu viel vorgenommen, den Tracker aus den Augen verloren oder deine Prioritäten haben sich verschoben. Die Tage vergehen, der Tracker bleibt (fast) leer – das ist nicht nur demotivierend, sondern auch kontraproduktiv. Am Ende verpasst du es vielleicht, dich auf das eine wirklich wichtige Habit zu konzentrieren, das du realistischerweise umsetzen könntest, nur weil du den Fokus auf das Ausfüllen des Trackers gelegt hast.

2. Selbstverurteilung

Wenn wir unsere Vorhaben nicht umsetzen, passieren meist zwei Dinge: Entweder wir reden uns ein, dass es uns nicht wirklich wichtig war („Ach, das ist halt nichts für mich“), oder wir verurteilen uns selbst („Ich bin zu unfähig“, „Ich kann gar nichts“). Beides entfernt uns von unseren Zielen. Es ist menschlich, übertriebene Erwartungen an sich selbst zu haben – aber mit etwas Glück lernst du daraus und startest einen neuen Versuch, diesmal mit einer realistischeren Perspektive.

3. Datenmüll

Reflexion ist gut, aber bitte mit Augenmaß. Wie oft liest du in deinem Tagebuch vom vorletzten Jahr? Willst du wirklich etwas an dir verändern (mit Blick in die Zukunft) oder nur dokumentieren, was du gemacht hast (mit Blick in die Vergangenheit)? Nutze Werkzeuge für den Zweck, für den sie gedacht sind. Verschwende keine Zeit mit unnötigen Rückblicken. Wenn dein Ziel ist, endlich täglich Zahnseide zu benutzen, brauchst du das nicht zu dokumentieren – eine tägliche Erinnerung reicht vollkommen aus.

Wie du Habit Tracker sinnvoll nutzt

Damit die Nutzung gelingt, solltest du folgende Dinge beachten:

  • Überlege dir genau, was du tracken möchtest: Hast du Schwierigkeiten, Erfolge im Gedächtnis zu behalten? Möchtest du eine neue Routine etablieren? Gibt es eine Medikation oder Therapie, bei der du genau sein musst?
  • Bestimme die Dauer des Trackings: Gibt es ein Enddatum (z.B. bei einer Therapie)? Willst du die Routine solange tracken, bis sie etabliert ist (z.B. drei Monate)? Wenn du langfristig Erfolge festhalten willst, solltest du dir überlegen, was für dich als Erfolg zählt und wie oft du dich darauf überprüfen möchtest – z.B. einmal pro Woche.
  • Umgang mit Rückschlägen: Wirfst du das Handtuch, wenn du ein paar Tage vergessen hast zu tracken? Schließlich ist das Tracken selbst auch eine neue Routine, die erst etabliert werden muss. Meine Empfehlung: Bleib dran! Bei Medikation und Therapie kannst du natürlich nichts nachholen, aber bei Sport oder täglichem Lesen schon. Übe auch das Tracken selbst, wenn du das Gefühl hast, dass es dir grundsätzlich nützt. Und wenn der Tracker nach einem Monat seinen Zweck erfüllt hat, schmeiß ihn ruhig weg. Es kann heilsam sein, Dinge abzuschließen und loszulassen.
  • Feinschliff: Wo und wie trackst du?: Versteckt in deinem Tagebuch oder gut sichtbar am Kühlschrank? Und wann wertest du deine Fortschritte aus?

Fazit

Egal, ob du dich für oder gegen Habit Tracker entscheidest – in jedem Fall solltest du genau überlegen und planen, wie und wofür du ihn nutzen möchtest. Geh die Sache ohne Druck an, sei achtsam mit dir selbst und verurteile dich nicht bei Misserfolgen. Analysiere, woran es gelegen hat, und starte gegebenenfalls neu.

Ich wünsche dir viel Erfolg und eine gute Erfahrung!
Ray

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